Einmal mehr stellt die Bundesregierung unter Beweis wie saft- und kraftlos sie geplante Vorhaben angeht. Die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes ist zwar im Koalitionsvertrag verankert, aber anstatt ein wirkliches Entbürokratisierungs- und Modernisierungspaket zu schnüren, ist nach den Antworten des Bildungsministeriums auf die Kleine Anfrage von Beate Walter-Rosenheimer und der Grünen Bundestagsfraktion "Reform des Berufsbildungsgesetzes“ (BT-Drs. 19/3799) nur ein ganz kleiner "Wurf" zu erwarten.

Es ist leider wie immer bei Vorhaben der Bundesregierung: inhaltlich hält man sich bedeckt und versteckt sich hinter internen Beratungen. Das lässt den Schluss zu, dass sie und allen voran Ministerin Karliczek entweder noch keine Konzepte hat ODER diese noch nicht nach außen dringen lassen will. Geheimniskrämerei, die eigentlich unnötig ist. 

Dabei liegen seitens Verbänden, Gewerkschaften und Politik so viele Vorschläge auf dem Tisch, die es wert sind, transparent und öffentlich diskutiert zu werden. Bildung geht uns alle an.

Wir Grüne wollen ein Berufsbildungsrecht, das alle Azubis in allen Berufen angemessen vergütet, ihnen umfassende Beschulung ermöglicht, auf den digitalen Wandel eingerichtet ist und Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung in beide Richtungen problemlos gewährleistet.

Angesichts der Antworten der Bundesregierung bleibt schleierhaft, wie sie mit dem Wenigen, das geplant ist, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Qualifikationen gewährleisten will. Das ist einmal mehr eine vertane Chance zu Lasten von jungen Menschen.

 

 

Beate Walter-Rosenheimer Bild