In Deutschland leidet jedes Jahr rund ein Drittel der Bevölkerung an mindestens einer psychischen Störung zu denen auch Suchterkrankungen zählen.

Vergessen wird meist, dass viele psychisch kranke Menschen auch Kinder haben, die, oft unmittelbar von der Erkrankung der Eltern betroffen sind. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass jedes vierte Kind, also ca. drei bis vier Millionen, einen vorübergehend, wiederholt oder dauerhaft psychisch erkrankten Elternteil hat. 

Diese Kinder und Familien wollen wir mit unserem Antrag "Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern" unterstützen und ihnen ermöglichen eine kindgerechte, möglichst sorglose Kinheit und Jugend zu verbringen, auch wenn ein Elternteil psychisch erkrankt ist.

Betroffene Kinder und Jugendliche leiden nämlich häufig unter den Auswirkungen der Erkrankung eines Elternteils. Sie haben auch je nach Art der Erkrankung der Eltern  eine drei- bis vierfach höhere Disposition für psychische Erkrankungen.
Verantwortlich für dieses erhöhte Risiko ist ein Zusammenspiel aus sozialen Komponenten, besonders schwierigen Lebens- und Entwicklungsbedingungen sowie genetischen Faktoren (Stellungnahme der Kinderkommission des
Deutschen Bundestages, Kommissionsdrucksache, 17.WP, 17/26).

Sie sind deshalb ganz besonders auf ein unterstützendes soziales Umfeld sowie auf fachlich qualifizierte Hilfe und Versorgung angewiesen.
Sie und ihre Familien benötigen gegebenenfalls sowohl alltagspraktische Unterstützung als auch klinische bzw. psychotherapeutische Versorgung. Ihr Hilfsbedarf umfasst ein breites Spektrum, das im Idealfall passgenau ausgearbeitet wird.

Wir fordern die Bundesregierung auf, sich diesem lange vernachlässigtem Thema endlich anzunehmen und eine Expertenkommission einzuberufen, die den bundespolitischen Handlungsbedarf klärt, damit die betroffenen Kinder und Familien endlich umfassende und niedrigschwellige Hilfe bekommen können. 

Beate Walter-Rosenheimer Bild