161031 idomeniSeit Beginn der Legislatur bin ich zuständig für UMF und arbeite intensiv dazu. Seit dem dramatischen Anstieg der Flüchtlings-Zahlen im Sommer 2015 bin ich in jeder sitzungsfreien Woche in Bayern unterwegs um die Situation und die Stimmung vor Ort zu erfahren. Auch wenn sich der Zuzug nach Deutschland derzeit etwas gelegt hat: Man könnte fast meinen, die Flüchtlingsdebatte sei nicht mehr so aktuell. Wir alle wissen, die Problematik wurde nur an die EU- Außengrenzen verlagert.

Tatsache ist aber: mehr flüchtende Menschen denn je ertrinken seither im Mittelmeer.

Besonders trifft das nach wie vor Griechenland. Im April war ich in Idomeni. Hinter den Flüchtlingen liegen Krieg, das Grauen und die Angst. Vor ihnen Ungewissheit und der Hass und die Ablehnung. Und das einzige was in diesen dunklen Momenten Mut macht, sind die Kinder, die trotzdem lachen. Ich habe die Kleinen gesehen – in Idomeni gab es keine Schulen, viele Kinder haben mit Steinen gespielt, weil sie nichts anderes hatten. Die Familien hatten zu wenig zu essen, die Kinder waren schwach und viel zu oft krank. Aber das Lachen ist ihnen geblieben.

Demächst fahre ich wieder hin und schaue, was aus den Kindern von Idomeni geworden ist. Das Camp wurde mittlerweile aufgelöst und auf verschiedene andere Lager verteilt. Wenn ich jetzt höre, dass die von der griechischen Regierung errichteten Camps schrecklich sind und dass Idomeni dagegen ein Paradies war, dann dreht es mir den Magen um.

Ich beschäftige mich jetzt seit Jahren mit der Situation von Flüchtlingskindern – natürlich auch in Deutschland und eins zeigt sich ein ums andere Mal: Die Bundesregierung ist von der Lage trotz wohlmeinender Worte der Kanzlerin komplett überfordert. Die Maßnahmen für Flüchtlingskinder haben sich unter der Großen Koalition nicht verbessert – eher im Gegenteil. Jetzt steht auch noch die Absenkung der Jugendhilfestandards für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Raum. Das widerspricht jedem gesunden Menschenverstand. Denn angesichts der fluchtbedingten psychischen Traumata bräuchten viele Kinder mehr Hilfe – nicht weniger. Starke Jugendhilfe ist das beste Mittel gegen Radikalisierung.

Im November werde ich Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestages. Mein erstes Thema, mein Herzensthema ist die Situation von Flüchtlingskindern in Deutschland.

Wir GRÜNE sind der Gegenpol zu rechtem Gedankengut. Wir lassen uns nicht vom Rechtsruck der anderen Parteien anstecken. Bleiben wir also aufmerksam! Bleiben wir kämpferisch! Bleiben wir laut!

Beate Walter-Rosenheimer Bild