Deutscher Bundestag

Der Impfstoff für Impfungen gegen das Corona-Virus ist in Deutschland immer noch knapp. Bislang sind gerade mal ca. fünf Prozent der Bevölkerung geimpft. Die Impfstrategie der Bundesregierung sieht vor, dass "solange der Corona-Impfstoff noch knapp ist, ... bei der Vergabe priorisiert werden" muss. Zur Gruppe 1 mit höchster Priorität gehören hochbetagte Menschen über 80 Jahre, sowie Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen. Dann folgt die Gruppe 2 mit den über 70-Jährigen oder Menschen mit bestimmten schweren Krankheiten. 

Leider sind zwar immer noch nicht alle 80-jährigen geimpft, geschweige denn Menschen über 70 - und die Berichte mehren sich, dass die Impfreihenfolge ausgehölt und aufgeweicht wird.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat bereits vor einer zu schnellen Aufhebung der Impfpriorisierung gewarnt. "Das Problem ist, dass Menschen zurück bleiben, die wirklich ein sehr hohes Risiko für schwere Erkrankungen, für intensivpflichtige Therapien und Tod haben, und das ist das. was wir eigentlich vermeiden wollen." 

Aus diesem Grund habe ich zwei Fragen an die Bundesregierung gestellt:

1. Wieso hat die Bundesregierung in ihrer geänderten Impfstrategie für Gruppe 2 wie zum Beispiel bei Pflegekräften, Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen, Personal in Kitas und Grund- und Förderschulen, sowie Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht nach Alter differenziert, vor dem Hintergrund, dass jüngere Menschen unter 50 Jahren ein deutlich niedrigeres Risiko haben, schwer an Sars-CoV2 zu erkranken und an den Folgen einer Infektion zu versterben, sowie der immer noch andauernden Impfstoffknappheit in Deutschland und wieso wird die besonders vulnerable Personengruppe der über 70-Jährigen nicht vorrangig geimpft, auch vor dem Hintergrund, dass die StiKo am 4. März mitgeteilt hat, dass das AstraZeneca-Vakzin nun auch für die Impfung von Menschen ab 65 Jahren empfohlen werde und RKI-Präsident Wieler betont, dass alle Impfstoffe, die in Deutschland zur Verfügung stünden, sehr gut vor schweren Erkrankungen durch die Virusvarianten schützten und aktuelle Studien zum AstraZeneca-Impfstoff zeigten, dass eine hohe Schutzwirkung auch bei über 65-Jährigen besteht? 

2. Bis wann will die Bundesregierung erreichen, dass die besonders vulnerable Gruppe der Menschen zwischen 70 und 80 Jahren ein verbindliches Impfangebot flächendeckend erhält und wird sie dementsprechend auf die einzelnen Landesregierungen einwirken, um zu verhindern, dass diese Gruppe aufgrund der Impfungen von jungen Menschen in der Impfreihenfolge automatisch weit nach hinten rückt (bitte begründen)?

Beate Walter-Rosenheimer Bild