Am Sonntag findet der Equal Pay Day statt, der darauf hinweist, dass Frauen, umgerechnet auf das Arbeitsjahr, bis zum 18. März im Vergleich zu männlichen Kollegen ohne Bezahlung arbeiten. 

Frauen in Deutschland verdienen nach wie vor 21 Prozent weniger als Männer, ein Wert, der sich in den letzten Jahren kaum verändert hat. Bei uns in Bayern liegt er sogar bei 24 Prozent. Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich trauriges Schlusslicht – nur noch übertroffen von Tschechien und Estland.

Dass der Equal Pay Day jetzt schon zum 11. Mal stattfinden muss und in all diesen Jahren keine nennenswerte Verringerung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern erreicht wurde, ist ein Armutszeugnis für die Bundesregierung. Zweieinhalb Monate des Jahres ohne Bezahlung zu arbeiten ist keine zu vernachlässigende Kleinigkeit. Im Gegenteil: Hier braucht es unser Engagement und unsere volle Aufmerksamkeit. 

Wir Grüne fordern: Es muss definitiv mehr geschehen. Entgeltdiskriminierung ist ein gesellschaftliches, kein individuelles Problem. Das Entgelttransparenzgesetz der letzten Bundesregierung wird hier nicht wirklich Abhilfe schaffen. Wir fordern die neue Bundesregierung auf, hier schleunigst nachzubessern und vor allem ein Verbandsklagerecht einzuführen, damit betroffene Frauen das finanzielle Risiko einer Klage nicht alleine tragen müssen. Darüber hinaus brauchen wir endlich ein gesetzlich verankertes Rückkehrrecht in Vollzeit. Weitere elf Jahre des Aussitzens wären eine Ohrfeige für alle betroffenen Frauen.“

Beate Walter-Rosenheimer Bild