Die Bundestagswahl 2017 hat vieles verändert. Die einst von Volksparteien dominierte Parteienlandschaft in Deutschland zerfällt und wird zunehmend fragmentierter. Mittlerweile sitzen sechs Parteien im Deutschen Bundestag und diskutieren schärfer denn je über die Gestaltung und Zukunft des Landes. Die Regierungsfindung zieht sich länger als je zuvor - Jamaika scheitert überraschend an der FDP, die GroKo ist in Sicht. Mittendrin, im Trubel dieser Zeit, startete mein Praktikum in Beates Bundestagsbüro in Berlin.

Es ging mit einer sitzungsfreien Woche los, sodass ich erstmal ein paar Tage hatte, um Organisatorisches zu erledigen und mir einen groben Überblick über die parlamentarische Arbeit zu machen. Alle standen im Büro für Fragen jederzeit zur Verfügung und besonders Julia gab mir immer wieder einen kleinen theoretischen Überblick über die Parlamentsabläufe sowie die Strukturen innerhalb der grünen Bundestagsfraktion.

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In den kommenden acht Wochen hatte ich einen vielfältigen und sehr abwechslungsreichen Alltag. Ich besuchte fraktionsinterne Arbeitskreise sowie Arbeitsgemeinschaften, die Fraktionssitzung, Ausschusssitzungen und auch das Plenum. Eine neue Regierung war zwar noch nicht im Amt und die parlamentarischen Abläufen nahmen erst langsam wieder Fahrt auf, dennoch wurde inhaltlich viel diskutiert, was die kommende Wahlperiode ansteht und über mögliche Herausforderungen gesprochen.

In den Arbeitsgemeinschaften sowie Arbeitskreisen wurden in den Wochen Zuständigkeiten geklärt und sich über erste Vorhaben für die kommende Wahlperiode ausgetauscht. Insbesondere der Koalitionsvertrag der bevorstehenden Großen Koalition wurde auf vielen Ebenen besprochen und analysiert. Zuvor wurden diese Treffen immer von Mitarbeiter*innen aus allen zuständigen Büros und den Fraktionsreferent*innen vorbereitet. Daneben kamen die Ausschüsse das erste Mal zusammen, konstituierten sich und hielten ihre ersten Sitzungen ab. Auch im Plenum war in diesen Wochen viel los: Diskussionen über die Abgas-Affäre, Cems beeindruckende Rede zum Fall Deniz Yücel sowie die Debatte zum Weltfrauentag. Alle Sitzungen konnte ich problemlos begleiten. Neben den Besuch diverser Sitzungen erhielt ich eigene kleine Aufträge im Büro – Recherche, Koordination/ Vorbereitung von Veranstaltungen, Mitarbeit an Pressemitteilungen sowie allgemeine Bürotätigkeiten.

Insgesamt waren die acht Wochen in Beates Bundestagsbüro sehr spannend. Insbesondere die außergewöhnliche Situation des langen Prozesses der Regierungsbildung sowie die verändernde Debattenkultur innerhalb der Plenardebatte waren interessant. Zum Abschluss bedanke ich mich bei Beate, Julia, Jens und Sebastian für die herzliche Aufnahme in euer Team. Mir hat die Arbeit bei euch sehr viel Spaß gemacht und sie war für mich sehr erkenntnisreich. Hoffentlich bis bald!

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Beate Walter-Rosenheimer Bild