Deutscher Bundestag

140517 pm homophobie 

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung: 

Die Selbstmordrate bei queeren Jugendlichen ist viermal so hoch, wie bei heterosexuellen Altersgenossen. Das ist erschreckende Wahrheit und zeigt auch die Einsamkeit und den gesellschaftlichen Druck, unter dem schwule und lesbische junge Menschen stehen.
Auch die Situation an Schulen sich hat in den letzten Jahren eher zugespitzt. „Schwule Sau“ oder „Scheiß-Lesbe“ sind mittlerweile gängige Schimpfwörter bei Jugendlichen. 

Aus diesem Grund ist Aufklärung weiterhin dringend nötig. Am besten bereits in Kitas. Da sind sich alle Experten einig. Die Schulleitung sollte auch homosexuelle LehrerInnen ermutigen, sich zu outen. Jugendliche brauchen diese Vorbilder. Wir fordern darüber hinaus schon lange, der Anti-Diskriminierungsarbeit für LGBTTI-Jugendliche in Deutschland einen höheren Stellenwert einzuräumen und ihre besonderen Problemlagen in der Jugendpolitik und bei Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe mitzudenken. 

Zur Verabschiedung des Berufsbildungsberichts 2014 im Bundeskabinett erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Die Bundesregierung muss endlich beginnen, ihre eigenen Berichte ernst zu nehmen, um die entsprechenden Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Ausbildungszahlen für das Jahr 2013 sind beschämend.Trotz guter Konjunktur und trotz dem Ruf der Wirtschaft nach mehr Fachkräften sinkt die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungs-Neuverträge mit 530.700 auf einen Rekordtiefstand. Der Bericht bestätigt auch, dass dieser Rückgang weder auf konjunkturelle noch auf demografische Entwicklungen zurückgeführt werden kann.
Der Anteil der Unternehmen, die überhaupt noch ausbilden ist auf historisch schlechte 21,3 Prozent gerutscht. Vor diesem Hintergrund wirken die von Wirtschaftsseite vorgebrachten Rufe nach Fachkräften leider unglaubwürdig.

Das Hauptproblem ist das weiterhin viel zu große Übergangssystem. Hier muss endlich ein struktureller Wandel her, der Jugendlichen eine verbindliche und zuverlässige Ausbildungsperspektive garantiert. Die große Koalition spricht wolkig von einer ,,Ausbildungsgarantie" - und kann auf mehrfache Nachfrage noch nicht einmal erklären, was sie damit meint.
Wir brauchen eine dritte Säule der beruflichen Bildung, in der vor allem kleine Unternehmen gemeinsam ausbilden können. Auf diese Weise können dann alle Jugendliche Bildungsschritte gehen, die sie tatsächlich zu einem Abschluss bringen.

Bildquelle: flickr.com, User: zhrefchZu den heute durch die Bundesagentur für Arbeit vorgestellten Zahlen zum Ausbildungsmarkt für das laufende Jahr 2014 erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung:

Der Bericht zum Ausbildungsmarkt verdeutlicht: Statt auf blumige Ziele der neuen Ausbildungsallianz zu verweisen, muss die Bundesregierung endlich handeln.

Die heutigen Zahlen sind zwar nur ein erster Trend für das Jahr. Sie zeigen aber bereits jetzt die Gefahr auf, dass deutlich mehr Jugendliche als 2013 im Herbst ohne Ausbildungsplatz bleiben werden. Für rund 10.000 junge Menschen wird es - selbst bei optimaler Vermittlung - schon rechnerisch keine Ausbildungsstelle geben.

Wir steuern so auf eine Situation zu, in der wohl wieder mehr als 200.000 Jugendliche im Übergangssystem landen - einem System, das seit langem reformiert gehört.

Wir fordern deshalb: Weg mit den Warteschleifen, hin zu verlässlichen Zukunftsperspektiven.

Beate Walter-Rosenheimer Bild