Deutscher Bundestag

Antwort der Bundesregierung auf schriftliche Fragen von Beate Walter-Rosenheimer

Kulturelle Bildungsarbeit bedeutet: Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen auch über den Schulalltag  hinaus ernst zu nehmen und Bildungsgerechtigkeit zu fördern.

Gerade in einer Zeit, in der der gesellschaftliche Zusammenhalt zu bröckeln beginnt und populistische Parolen Auftrieb erhalten, müssen flächendeckend Fachstrukturen der kulturellen Kinder-und Jugendbildung erhalten bleiben. 

Hier muss die Bundesregierung dringend mehr kulturpolitisches Engagement an den Tag legen.
Lesen Sie hier die Antwort im Wortlaut

Zum neu veröffentlichten Ausbildungsreport des DGB erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Aus- und Weiterbildung:

"Die Lage am Ausbildungsmarkt ist mehr als angespannt. Corona hat nun verstärkt, was bereits der Berufsbildungsbericht für das vergangene Jahr dokumentiert hat. Die Zahl der dualen Ausbildungsplätze geht zurück und wird weiter zurück gehen. Auf der anderen Seite können nach wie vor die Hälfte aller Azubis von ihrer Vergütung nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten."

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Bloß nicht auffallen... Auswendig lernen... Einkaufslisten oder Geschichten für die Kinder. Wegstrecken bildlich ins Gedächtnis bekommen. Den Arm in eine Schlinge stecken und andere bitten, das Formular auszufüllen. Bei Spieleabenden mit Freunden absagen. Wer soll die Quizfragen für einen vorlesen? Im Restaurant immer dasselbe von der Karte bestellen.

Ca. 6 Millionen Menschen in unserem Land können nicht sinnverstehend lesen und schreiben. Leben mit Tricks und Ausreden, um das zu verbergen. Der Stress ist hoch und der Aufwand, das zu verbergen. Die Scham ist oft groß und die Stigmatisierung auch. Noch nicht mal eine nicht so stigmatisierende Bezeichnung gibt es. „Funktionaler Analphabetismus“ aber auch „geringe Literalisierung“ ... klingt nicht so richtig wertfrei. Die meisten Betroffenen haben Deutsch als Muttersprache.

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