Deutscher Bundestag

Zur heute im Kabinett verabschiedeten Jugendstrategie der Bundesregierung erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik: 

Jugendstrategie der Bundesregierung, das klingt erstmal gut, keine Frage. In einer bunten Hochglanzbroschüre finden sich neun Kapitel zu verschiedenen jugendrelevanten Themenfeldern, die – und das ist erfreulich - unter Beteiligung von Jugendlichen und Jugendverbänden erarbeitet wurden. 

Doch was wie ein großer Wurf der Bundesregierung daher kommt, ist ein längst überfälliger Schritt. Denn bisher fristete Jugendpolitik und Jugendbeteiligung auf Regierungsebene eher ein Schattendasein. Absenkung des Wahlalters? Fehlanzeige. Kampf gegen Jugendarmut? Kam im Kosmos der Bundesregierung nicht vor.

Was heute in einer gemeinsamen Veranstaltung von Bundekanzlerin Merkel und der zuständigen Bundesministerin Giffey vorgestellt wurde, hält bei genauerer Betrachtung dem Begriff Meilenstein nicht stand. 

Am 29.11. ist es soweit. Beate Walter-Rosenheimer und die Grüne Bundestagsfraktion laden ein zur Veranstaltung "Sofa-Hopping ist keine Perspektive".

191121 sofa hopping

Hier wollen wir zusammen mit ExpertInnen aus der Praxis und mit betroffenen Jugendlichen über Ursachen diskutieren und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Denn das Problem betrifft mehr Jugendliche und junge Erwachsene als es auf den ersten Blick scheint. Denn viele junge Menschen leben nicht auf der Strasse, sondern kommen bei Freunden und Bekannten unter. Dies führt zu Abhängigkeitsverhältnissen und ungesicherten Wohnmöglichkeiten. 

Für die Veranstaltung anmelden können Sie sich hier

Zu der Veröffentlichung der aktuellen Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Sprecherin für Jugendpolitik und Aus- und Weiterbildung der Grünen Bundestagsfraktion: 

Diese Zahlen sind ein Weckruf an die Bundesregierung und insbesondere an den Bauminister Seehofer. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl an Wohnungslosen um 4,2 Prozent gestiegen, ungefähr 678.000 Menschen in Deutschland sind ohne Wohnung. Davon sind 8 Prozent Kinder und junge Erwachsene. 

Dass es mal wieder die schwächsten Gruppen in unserer Gesellschaft besonders trifft, ist skandalös und offenbart eine Ignoranz für die besonderen Probleme und Bedarfe von jungen Menschen und Alleinerziehenden. Jetzt rächt sich ein jahrelanges Wegschauen vor diesem drängenden Thema, das sich bereits seit Jahren in den Großstädten und Ballungszentren abzeichnet und nun die Mitte der Gesellschaft erreicht. 

Beate Walter-Rosenheimer Bild